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Die Schwächen des Systems

Warum man sich vor Rechtsanwalts-Schreiben nicht fürchten muss
Hat Herr Schulden-Drückeberger es aber nicht mit einem Großunternehmen zu tun, sondern mit einem Einzelgläubiger, dann freut er sich richtiggehend, wenn dieser einen Rechtsanwalt einschaltet. Denn umso leichter lässt sich wieder Zeit gewinnen. 12 Monate können schon drin sein, sagt er.

Der Anwalt reicht nicht ohne Vorwarnung eine Klage ein, sondern schreibt erst einmal einen Brief mit einer Zahlungsaufforderung. Wenn Herr Schulden-Drückeberger nicht bis zum 1.4. gezahlt habe, wird geklagt. Das ist auch durchaus ernst gemeint; darum reagiert Herr Schulden-Drückeberger auch. Und so geht einen Tag vor Ablauf der Frist, also am 31.3. sein Antwortschreiben in der Anwaltskanzlei ein.

Herr Schulden-Drückeberger weiß, dass jener Anwalt noch andere Fälle zu bearbeiten hat, und die sind alle interessanter als sein popeliges Inkasso. Dem Anwalt ist es persönlich absolut egal, ob Herr Schulden-Drückeberger nun zahlt oder nicht, solange er diesen Fall nicht als persönliche Herausforderung wertet. Lediglich seine Berufsethik und die Verpflichtung gegenüber dem Gläubiger zwingen ihn, aktiv zu werden. Zudem wird er den Fall ganz sicher nicht persönlich abwickeln, sondern ihn an einen Untergebenen, evtl. sogar an eine Rechtsanwalts-Gehilfin abtreten. Kleiner Nebeneffekt: Je komplizierter der Fall ist, desto mehr Arbeit muss investiert werden, mit anderen Worten desto mehr Anwaltsstunden können berechnet werden.

Bei allem Briefwechsel mit dem Anwalt achtet Herr Schulden-Drückeberger stets darauf, dass er den Anwalt nicht schikaniert, denn dann wird er den Fall persönlich nehmen, d.h. der Fall wird aus dem anonymen System gezogen, um nun von einem Menschen bearbeitet zu werden, der über ausreichend Fachkenntnis verfügt, um jeden seiner Tricks zu sabotieren.

Nach Herrn Schulden-Drückebergers Erfahrung funktionieren die vorgenannten Zeitgewinn-Strategien (reklamieren, verwirren, versprechen, teilzahlen) wunderbar bei normalen Gläubigern. Sie funktionieren sogar noch besser bei Großunternehmen, aber sie sind perfekt für ein Anwaltsbüro…

Herr Schulden-Drückeberger kommt also wieder an mit seinen Einreden oder einem Abrechnungsfehler, der sich irgendwo eingeschlichen haben muss, etc. Der Anwalt kann seine Einwände nicht einfach ignorieren, sondern wird versuchen, sie mit seinem Mandanten, dem Gläubiger, abzuklären. Das geschieht in der Regel schriftlich. Schulden-Drückebergers Gläubiger oder seine Lohnsklaven und Computer, die den Fall bereits als erledigt ausgebucht hatten, müssen jetzt wieder recherchieren, suchen und Akten durchwühlen. Oh nein, schon wieder der...!!!

Ja, Herr Schulden-Drückeberger ist schon einer. Er hat einmal gelesen, dass kein geringerer als der Dalai Lama gesagt haben soll: „Lerne die Regeln, um sie dann zu brechen!“. Und daran hält er sich scheinbar.

Nach ca. zwei Monaten beginnt Herr Schulden-Drückeberger zu verwirren: Er weiß, es gibt keine schärfere Waffe für einen Anwalt als ein Urteil, am besten ein Urteil des BGH oder ähnliches. Er weist ihn daher freundlich daraufhin, dass er sich auch ein wenig mit Jura beschäftigt hätte, dass er ein großer Fan des Fernsehgerichtes und daher auch sicher sei, dass sein Fall schon alleine aus BGH IVIII/56 nicht zur Klage gebracht werden könne.

Der Anwalt muss dieses Urteil jetzt suchen – und finden. Natürlich findet er es nicht, denn es existiert nur in Herrn Schulden-Drückebergers Phantasie. Er wird ihm also zurück schreiben, es gäbe ein derartiges Urteil nicht. Herr Schulden-Drückeberger antwortet: Gibt es doch, eben BGB IVIIII56. Jetzt darf wieder der Anwalt schreiben und auf die abweichende Urteilskennung aufmerksam machen usw. Dann entschuldigt sich Herr Schulden-Drückeberger freundlich: Sorry, natürlich ist das genannte Urteil hier irrelevant. Das Ganze bezieht sich auf den Fall Kramer gegen Kramer, US Supreme Court 444467 - 1967.

Nachdem der Anwalt dann mitgeteilt hat, dass US-Urteile auf die europäische Rechtsprechung keinerlei Einfluss haben, entschuldigt Herr Schulden-Drückeberger seine Unkenntnis und bietet eine Teilzahlung des Betrages an, natürlich, um seinen guten Willen unter Beweis zu stellen und die Angelegenheit möglichst schnell zu einem Abschluss zu bringen... Die erste Rate legt er dem Schreiben bei.

Der Anwalt muss jetzt wieder den Gläubiger informieren und sein Einverständnis einholen. Vielleicht macht die Reno-Gehilfin auch gerade Urlaub oder bereitet sich auf ein Examen vor. Keine Sorge: Kein anderer Assistent wird sich jetzt plötzlich dem Fall annehmen. Es gibt wichtigere Dinge zu erledigen.

Sollte die Ratenzahlung akzeptiert werden, gehen Herr Schulden-Drückeberger vor wie unter "Teilzahlung" bereits beschrieben. Wird sie dagegen abgelehnt, lässt er seine Mutter, Freundin, Frau, Kinder einen Brief schreiben, wie depressiv er doch sei, weil er seine Schulden derzeit nicht zahlen könne etc. Eine Ratenzahlung würde doch den Gläubiger befriedigen und Herrn Schulden-Drückeberger gleichzeitig die Menschenwürde erhalten.

Unter Umständen kann Herr Schulden-Drückeberger an heißer Luft wie Menschenwürde, Menschenrechte, Grundrechte, Diskriminierung etc. noch weiter zehren, um so evtl. sogar eine (begründete?) Gegenforderung wegen "Verletzung der Menschenrechte durch psychologische Folter eines gierigen Gläubigers mit Hilfe skrupelloser Anwälte" zu beginnen.

Heiße Luft-Argumente machen sich immer gut. Weiß doch jeder Anwalt, wie schnell und intensiv die Medien auf diesen Hokuspokus abfahren, insbesondere, wenn man Ausländer oder behindert ist bzw. einen "besonderen Opfer-Bedarf " begründen kann.

Nachdem Herr Schulden-Drückeberger so bereits mehrere Monate gewonnen hat, will der Gläubiger nun doch klagen. Er hat einfach genug von dieser Korrespondenz. Ein Gericht soll jetzt entscheiden, wer Recht hat.

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